Konsentverfahren

Das Konsentverfahren ist ein Prinzip, bei dem Entscheidungen anhand von Vorschlägen und begründeten Einwänden getroffen werden. Ein Vorschlag ist angenommen, wenn es keinen begründeten Einwand gibt.

Konsentverfahren

Zielsetzung

Das Konsentverfahren verbindet effektive Entscheidungsfindung in Gruppen oder Organisationen mit einer partizipativen Arbeitskultur. Indem möglichst alle Betroffenen einbezogen werden und niemand übergangen wird, sorgt das Konsentverfahren für Akzeptanz und ermöglicht flexible und schnelle Anpassungen bei Veränderungen.

Teilnehmerzahl 2 bis unendlich
Dauer 15-45 Minuten

Ablauf

  1. Vorschlag präsentieren: Der Vorschlag wird allen Beteiligten präsentiert.
  2. Verständnisfragen klären: Fragen zum Verständnis werden geklärt, damit alle den Vorschlag verstanden haben. (Teilnehmende melden sich)
  3. Reaktionen sammeln: Emotionale oder sonstige Reaktionen werden gesammelt. Entweder wird im Kreis jeder gefragt, was der Vorschlag mit ihm macht, oder Teilnehmende melden sich.
  4. Bedenken und Einwände einsammeln: Es werden drei Handzeichen genutzt: Daumen hoch = kein Einwand, flache Hand erhoben = ich habe einen Einwand, wackelnde Hand = ich habe Bedenken. Bedenken werden gehört, sind aber nicht entscheidungsrelevant. Begründete Einwände werden gehört und müssen validiert werden (Zonenmodell). Bei einem begründeten Einwand wird die Person nach einem Vorschlag zur Veränderung gefragt. Falls nicht sofort möglich, wird sie eingeladen, sich mit der vorschlagenden Person zu treffen, um gemeinsam einen überarbeiteten Vorschlag zu formulieren.
  5. Entscheidung: Gibt es keine begründeten Einwände mehr, ist der Vorschlag angenommen.

Zonenmodell zur Validierung von Einwänden:

Zonenmodell
Komfortzone Weder Einwand noch Bedenken. Der Vorschlag passt perfekt oder gut für mich.
Lernzone Bedenken - man hätte es selbst nicht so gemacht, aber man kann damit leben, eine Herausforderung auf diese Art zu lösen.
Panikzone Begründete Einwände - der Vorschlag würde zu Schaden führen. Dies kann auch bedeuten, dass jemand aus emotionalen oder moralischen Gründen nicht mitgehen kann.

Rollen

  • Moderator
  • Vorschlagende Person
  • Teilnehmer

Materialien

  • Flipchart oder Whiteboard für Dokumentation
  • Vorschlag-Dokument oder Präsentation
  • Optional: Zonenmodell-Visualisierung

Raum-Setup

Kreis- oder Tischanordnung, bei der alle Beteiligten sich sehen und gleichberechtigt am Gespräch teilnehmen können. Der Vorschlag sollte für alle sichtbar dokumentiert sein. Diese Methode eignet sich auch sehr gut für Videokonferenzen.

Anwendungsbeispiele

  • Bei allen Entscheidungen, die ein Team treffen muss, die keinen Konsens erfordern

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