Rollenklärung anhand Verantwortungs-Dialog
Eine Workshop-Methode, die Klarheit in Sachen Verantwortlichkeiten schafft und Mitarbeitenden die Möglichkeit gibt, Rollen anhand ihrer eigenen Vorlieben auszuwählen.
Zielsetzung
Die Methode zielt darauf ab, Klarheit über notwendige Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu schaffen. Sie basiert auf dem Verantwortungs-Dialog mit vier Dimensionen:
- MÜSSEN: Was muss getan werden? Welche Zuständigkeiten gibt es?
- DÜRFEN: Welche Befugnisse, Ressourcen und Gestaltungsmittel braucht es?
- KÖNNEN: Welche Kompetenzen und Qualifikationen sind erforderlich?
- WOLLEN: Wer möchte diese Rolle übernehmen?
Durch diesen strukturierten Ansatz werden überlappende oder unklare Verantwortlichkeiten aufgelöst und Teams können selbstorganisiert arbeiten.
Ablauf
- MÜSSEN sammeln – Alle rufen ihre Verantwortlichkeiten rein, diese werden auf Kärtchen unstrukturiert gesammelt. Es handelt sich um die Verantwortlichkeiten des Teams, nicht um Organisationsziele.
- Clustering – Alle dürfen frei Kärtchen kopieren und somit neue Rollen schaffen. Wenn die Gruppierung fertig ist, werden Kärtchen mit einer anderen Farbe dazugelegt, die eine Rollenbezeichnung tragen.
- Kleingruppen bilden – Das MÜSSEN wird auf ein Flipchart übertragen, auf dem der Verantwortungs-Dialog als Canvas gemalt ist. Das MÜSSEN wird in das entsprechende Feld übertragen.
- DÜRFEN & KÖNNEN ergänzen – Die Kleingruppen füllen das DÜRFEN (oben) aus und ergänzen dann das KÖNNEN mit den benötigten Kompetenzen.
- Gallery Walk – Jede Kleingruppe präsentiert ihr Flipchart.
- Spannungen markieren – Mit Post-its wird direkt markiert, an welchen Stellen es Spannungen zwischen verschiedenen Rollen oder Unklarheiten gibt.
- Spannungen auflösen – Post-it für Post-it werden diese Spannungen und Ungereimtheiten aufgelöst.
- Consent-Verfahren – Wenn alle Rollen sauber beschrieben und widerspruchsfrei sind, werden sie gemeinsam über das Consent-Verfahren verabschiedet.
- WOLLEN-Phase – Jede/r Mitarbeitende markiert mit einem Post-it mit dem eigenen Namen im WOLLEN-Feld, welche Rollen er oder sie übernehmen möchte.
- Abgleich – Alle schauen sich gemeinsam das Ergebnis an: Gibt es Rollen, die von zu vielen Personen übernommen werden wollen? Gibt es Rollen mit zu wenigen Interessenten?
- Finale Klärung – Diese Spannungen werden in einer gemeinsamen Diskussion aufgelöst.
Rollen
- Moderator*in
- Teilnehmende (Team-Mitglieder)
- Optional: Dokumentar*in
Materialien
- Moderationskarten / Post-its in verschiedenen Farben
- Flipchart-Papier oder große Pinnwände
- Stifte (dick und dünn)
- Timer
- Vorlage für Vierfelder-Matrix (Verantwortungs-Dialog Canvas)
Raum-Setup
Der Raum sollte genügend Platz für Kleingruppenarbeit bieten. Ideal ist ein Raum mit:
- Mehreren Pinnwänden oder Wandflächen für die Rollen-Matrizen
- Tischen für Kleingruppenarbeit
- Guter Sichtbarkeit aller aufgehängten Materialien
Anwendungsbeispiele
- Neustrukturierung von Teams nach Wachstumsphasen
- Klärung von Schnittstellen zwischen Abteilungen
- Onboarding neuer Teammitglieder mit Rollenübernahme
- Auflösung von Konflikten durch unklare Zuständigkeiten
- Vorbereitung auf selbstorganisiertes Arbeiten
Quellen & Links
- https://www.isb-w.eu/de/news/20220720_vier_dimensionen_von_Verantwortung.php
- Schmid/Messmer (2004): Verantwortungssystem - Institut für systemische Beratung
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